Ist Schokolade wirklich so ungesund?
Alles über die süße Versuchung und ob man ihr nachgeben darf
Fast jeder liebt sie - die Schokolade. Und glücklich machen soll sie neben dem leckeren Geschmack sogar auch noch. Oft verbinden wir eine Hassliebe mit ihr, denn schon früh lernen wir, dass Schokolade viele Kalorien hat und durch den vielen Zucker ungesund ist. Doch dabei kommt es auf die Wahl der Schokolade an, denn nicht jede ist pauschal total ungesund.

Eins vorweg: die klassischen Schokoriegel und -tafeln mit viel weißem Zucker, Fett und verschwindend geringem Kakaoanteil sind tatsächlich leider ungesund. Auch vielen schokoladigen Brotaufstriche gehören zu dieser Kategorie. Diese sollten nur in Maßen gegessen werden, oder wenn möglich, durch gesündere Alternativen ersetzt. Die altklugen Tipps, Schokolade lieber durch einen süßen Pfirsich zu ersetzen, lassen wir geflissentlich beiseite. Denn mal ehrlich: wenn Du Lust auf Schokolade hast, dann befriedigt ein Pfirsich die Schokolust eher weniger.

Wie erkenne ich gesündere Schokovarianten?

Generell gilt: weißer Zucker sollte eher vermieden werde. Oft stehen auf der Verpackung statt Zucker Bezeichnungen wie Glukose, Fruktose, Glucose-Fructose-Sirup, Dextrose, Saccharose, Invertzuckersirup oder Karamellsirup. Diese Zuckerarten sind alle industriell hergestellt und sind bei regelmäßigem Verzehr ebenso schädlich für den Körper wie regulärer Zucker. Schaue stattdessen auf Schokoladen, die beispielsweise Kokosblütenzucker oder Stevia als Süßungsmittel beinhalten. Kokosblütenzucker hat einen niedrigen glykämischen Index und ist für den Körper besser verwertbar als der weiße Zucker. Stevia ist ein kalorienfreies, natürliches Süßungsmittel. Allerdings hat es einen Geschmack, der nicht jedem gefällt. Auch Xylit oder Rohrohrzucker sollten zwar nur die zweite Wahl sein, sind jedoch noch etwas besser verwertbar für den Körper als weißer Zucker.

Ein weiterer Hinweis auf die Qualität der Schokolade findest Du bei der Wahl der Fette. Bei konventionellen Schokotafeln und –riegeln wird oft billiges Fett eingesetzt. Palmöl oder Butterreinfett sollten vermieden werden. Diese werden oft hinzugefügt, um die teure Kakaobutter zu ersetzen. Achte stattdessen auf Schokolade mit qualitativ hochwertiger Kakaobutter als Fettkomponente.Die dritte Faustregel, um ungesunde von gesünderer Schokolade unterscheiden zu können, ist: je mehr (unbekannte) Zusatzstoffe, desto ungesünder. Schokolade mit hochwertigen Kakaobohnen und guten Zutaten braucht keinerlei Aromen oder chemische Zusatzstoffe, um lecker zu schmecken. Zusatzstoffe, die ein „E“ und eine dreistellige Zahl im Namen haben, sollten vermieden werden und haben in guter Schokolade nichts zu suchen. Auch Vanillin, das die teurere Vanille ersetzen soll, ist eher ein Anzeichen für qualitativ minderwertige Schokolade.

Bitterzarte Versuchung

Dunkle Zartbitterschokolade enthält weitaus weniger Zucker als Milchschokolade, da sie sehr viel Kakao enthält. Sie befriedigt den süßen Hunger auch bei kleineren Mengen und ist deshalb eine gute Alternative zu normaler Milchschokolade. Rohe Schokolade, das heißt Schokolade nur aus rohen Zutaten, ist sogar in Maßen gesund. Da die Zutaten Rohkostqualität haben, wurden sie nicht stark und ohne Hitze weiterverarbeitet. Dies schließt automatisch sämtliche Zusatzstoffe sowie qualitativ minderwertige Zutaten aus. Rohe Schokolade ist in ausgewählten Reformhäusern oder Naturkostläden zu finden.

Die gesündeste Variante ist es jedoch, Dir eigene Schokocremes und -aufstriche oder Schokosmoothies zu zaubern. Dazu brauchst Du nicht viele Zutaten und Du weißt ganz genau, was in Deinem Essen steckt. Du kannst beispielsweise einen leckeren Smoothie aus Bananen, Avocado, Kokoswasser, Vanille und Kakaopulver zaubern. Der schmeckt nicht nur lecker schokoladig und süß, sondern versorgt deinen Körper auch noch mit vielen Nährstoffen. Auch Schokocreme lässt sich leicht mit Avocado und/oder Nüssen als Fettkomponente, Kokosblütenzucker, Bananen, Trockenfrüchten oder Stevia als Süßungsmittel sowie Kakao herstellen. Achte jedoch auf gute Qualität beim Kakao. Am besten eignet sich roher Kakao, denn dieser schmeckt noch intensiver und enthält viele wichtige Nährstoffe.

Ab und zu Schokolade naschen ist bei einer gesunden Ernährung also durchaus erlaubt, und zwar ganz ohne schlechtes Gewissen. Wenn Du auf gute Schokolade achtest oder eigene Schokokreationen herstellst, kannst Du sogar etwas öfter sündigen.